Die ehrliche Antwort
„Das mach ich mir selbst.
Mit KI.“
Diesen Satz höre ich oft. Und er verdient eine ehrliche Antwort statt einer Verkaufsfloskel. Also: Ja, du kannst dir mit ChatGPT eine Website bauen. Hier steht, wann das reicht — und wann es deine Praxis gefährdet.
Was KI wirklich kann
- Layout und Texte für eine einfache Seite generieren
- Code-Schnipsel schreiben, die auf den ersten Blick funktionieren
- Dir das Gefühl geben, schnell voranzukommen
- Mich schneller machen — ich nutze sie jeden Tag
Was KI nicht kann
- Die Haftung übernehmen, wenn Klientendaten offen im Netz liegen
- Deine Seite jede Woche patchen, sichern und überwachen
- Wissen, wonach deine Klient:innen wirklich googeln
- Um 22 Uhr ans Telefon gehen, wenn vor dem Termin nichts mehr geht
Der Kern
Eine Website ist kein Produkt.
Sie ist ein Betrieb.
Der Moment, in dem die KI dir den Code ausspuckt, ist nicht das Ende — er ist der Anfang. Ab dann braucht dein System Updates gegen Sicherheitslücken, Backups gegen Datenverlust, Monitoring gegen Ausfälle. Jede Woche. Für immer. Das ist keine Panikmache, das ist der Alltag jedes Systems im Internet.
Und bei dir kommt etwas dazu, das die meisten Website-Ratgeber ignorieren: Du arbeitest mit Klientendaten. Gesundheitsdaten, Beziehungsthemen, Krisen — besonders geschützte Kategorien nach DSGVO. Für jede Lücke in deinem Selbstbau-System haftest du persönlich. Das ist der Punkt, an dem „schnell selbst gemacht“ teuer werden kann.
„Du würdest deinen Klient:innen auch nicht empfehlen, ihre Beratung durch ChatGPT zu ersetzen. Nicht weil KI schlecht ist — sondern weil Verantwortung dazugehört.
Häufige Fragen
Kurz und
ohne Ausflüchte.
01Kann ich mir meine Website nicht einfach mit ChatGPT bauen?
Eine erste Version: ja, wahrscheinlich. KI generiert heute brauchbaren Code. Was sie nicht übernimmt: Hosting, Sicherheits-Updates, Backups, DSGVO-konforme Datenhaltung und die Verantwortung, wenn etwas schiefgeht. Eine Website ist kein einmaliges Produkt, sondern ein laufendes System — und der Betrieb ist der Teil, der Zeit und Wissen kostet.
02Was ist das Risiko bei Klientendaten in einem Selbstbau-System?
Als Coach oder Berater:in verarbeitest du Gesundheits- und Beziehungsthemen — besonders geschützte Kategorien nach DSGVO. Wenn dein selbst gebautes Formular oder deine Datenbank eine Lücke hat, haftest du persönlich. KI-generierter Code enthält regelmäßig Sicherheitsfehler, die man nur erkennt, wenn man weiß, wonach man sucht.
03Nutzt du selbst KI bei der Entwicklung?
Ja, täglich. KI macht mich schneller — beim Schreiben von Code, beim Testen, bei Routineaufgaben. Der Unterschied: Ich kann jeden Vorschlag der KI beurteilen, korrigieren und verantworten. Genau dafür bezahlst du — nicht für das Tippen, sondern für das Urteilsvermögen.
04Ich habe schon eine Baukasten-Website. Lohnt sich ein Wechsel?
Kommt darauf an, was sie leisten soll. Wenn du nur eine digitale Visitenkarte brauchst, bleib beim Baukasten. Wenn Terminbuchung, Klientenverwaltung oder Auffindbarkeit über Google wichtig werden, stößt du an Grenzen: aufgeblähter Code, fremde Server, keine Datenhoheit. Dann rechnet sich ein eigenes System schnell.
Bau es selbst — oder
lass es dir bauen und betreiben.
Beides ist legitim. Wenn du deine Zeit lieber in deine Klient:innen steckst als in Server-Logs, reden wir. Kein Verkaufsgespräch — ich sage dir auch ehrlich, wenn ein Baukasten für dich reicht.